Die Vinschgaubahn

Die Bedeutung dieser Bahn für das gesamte Tal. In erster Linie einem vom Stau unabhängigen Korridor in die Landeshauptstadt. Eine schnelle Bahnlinie, die im Halbstundentakt fährt; die Bahn als das Rückgrat des Nahverkehrs

Von den Bahnhöfen aus fahren Überlandbusse in die Seitentäler. Natürlich werden die Bahnhöfe auch an das Radwegnetz angebunden. Der Bahnhof als Tor zum Dorf. So manch einer hofft, dass nach der Vinschgerbahn auch andere verlassene Bahnlinien wieder in Betrieb genommen werden, darunter die Überetscher Bahn, da ihre Trasse noch fast vollständig erhalten ist.
In Bozen wird eine Mobilitätszentrale und in den Bezirken eine Zweigstelle Dieser errichtet. Ein Vorschlag, der die Benützung des ÖPNV vereinfachen soll. Dadurch könnte der Fahrgast über die Zentrale selbst oder über das Handy oder Internet Aktuelles über Fahrzeiten, Verspätungen, Verbindungen und alle anderen Infos abrufen.

Die Überlegungen, eine Eisenbahnlinie über den Reschenpass zu bauen, ist sehr alt. Erste Vorschläge von Landeck über den Reschen nach Meran entstanden bereits um 1830, da sollte England mit Indien auf kürzestem Weg verbunden werden. 1867 wurde die Brennereisenbahn eröffnet, 1881 wurde die Eisenbahnlinie Bozen-Meran, 1884 eröffnete die Arlbergbahn. 1895 plante Adolf Guyer Zeller eine Engadin-Orient Bahn ins Vinschgau, von dort nach Triest und nach Istanbul. Als 1896 die Valsuganabahn eröffnet wurde, sprach man noch von der Bahnlinie Basel – Chur – Venedig und der Verbindung Landeck – Bozen. Im selben Jahr gab Wien bekannt, dass die Vinschgaubahn als Lohn für den großen Einsatz der Vinschgauer Bevölkerung gebaut werden soll.

Am 1. Juli 1906 nach nur 2 ½ jähriger Bauzeit wurde die Vinschger Bahn eröffnet. Für das Tal brachte die Bahn einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Es entstanden viele Hotels. Die Laaser Marmorwerke konnten die schweren Marmorblöcke auf der Bahn befördern.

Während des ersten Weltkrieges brachte die Bahn Munition und Soldaten an die nahe Front. 1918 ging die Bahn an die italienischen Staatsbahnen über. In der Folgezeit sollten die Österreicher als Reparationszahlung an Italien die Bahn von Mals bis Landeck fertigbauen. Die begonnenen Arbeiten wurden durch den Anfang des zweiten Weltkrieges unterbrochen, dann aber mit Kriegsgefangenen weitergeführt. Aufgrund der Kriegsereignisse wurde der Bau dann endgültig gestoppt.

Aufgrund von geringen Benutzerzahlen, beschlossen die italienischen Staatsbahnen 1989 den Zugverkehr Meran-Mals einzustellen. Noch bis in das Jahr 1991 gab es wöchentliche Dampflokfahrten bis Latsch. Die Stilllegung erfolgte am 2. Juni 1991.
1999 ging die gesamte Anlage an das Land über. Im Jahr 2000 begannen die Arbeiten zur Wiederinbetriebnahme. Am 05.05.05 fand in einer mehrtägigen Feier die Eröffnung der Vinschger Bahn statt.

Die Konzession zur Betreibung der Bahn wurde 1995 der SAD zugeschrieben. Am 12. April 2010 ereignete sich zwischen Latsch und Kastelbell ein schweres Unglück, das neun Personen das Leben kostete.

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