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20. Mitgliederversammlung am 19.1.21
Am 21.1.2021 fand trotz der Corona-Pandemie die 20. Mitgliederversammlung in Terlan statt. Sind üblicherweise mehr als 100 Mitglieder anwesend, so waren es diesmal an die 30. Die Sicherheitsabstände konnten so locker eingehalten werden. Dennoch konnte Präsident Dr. Walter Weiss eine Reihe von Ehrengästen und engagierten Mitgliedern begrüßen: Georg Hörwarter (Heimatkundler), Franz Thomas Locher (Landtagsabgeordneter), Günther Januth (Ex-Bürgermeister von Meran), Alois Kleon (Altbürgermeister von Kuens), Astrid Pichler (Gemeindereferentin Naturns), Arthur Scheidle (Vizepräsident), auch Präsident des Kuratoriums für technische Kulturgüter, Oswald Schiefer (Bürgermeister Kurtatsch), Richard Theiner (Ex-Landesrat) und Siegfried Tutzer (Vorstandsmitglied).
Der Präsident dankte auch besonders den vielen freiwilligen Helfern, speziell den Dampflokführern Luis Selm und Walter Pixner für ihren Einsatz auf dem Erlebnisbahnhof Schnalsthal. Der Präsident begrüßte auch die anwesenden Pressevertreter.
Aufgrund der Coronakrise konnten der Landesrat Daniel Alfreider und der Direktor der STA Joachim Dejaco nicht erscheinen und so fielen auch ihre geplanten Vorträge aus. Präsident Dr. Weiss blickte auf ein ungewöhnliches Jahr zurück. Trotz der Lockdowns und Einschränkungen konnte doch ein Großteil des Programms umgesetzt werden: so konnte z.B. der "Erlebnisbahnhof" eröffnet werden, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Die deutschen Feriengäste blieben zwar aus, aber dafür kamen mehr italienische Familien. Die Eröffnung für 2021 ist für den 2. Mai geplant.
Das Jahr 2020 war auch das Jahr der Jubiläen.
Am 29. Juli wurde das 15jährige Bestehen des "Erlebnisbahnhofes" coronabedingt in kleinem Rahmen gefeiert.
Auch die neue Vinschgaubahn ist mittlerweile schon 15 Jahre in Betrieb, was am 5.9. am Bahnhof Latsch gefeiert wurde.
Der Bahnhof des Jahres 2020 war Spondinig, was am 12. September am Bahnhof mit vielen Programmpunkten gefeitert wurde.
Zu guter Letzt gab es am 28. Dezember eine schlichte Feier zum 20jährigen Bestehen des Vereins. Exakt um 19 Uhr wurde am selben Ort zur selben Zeit einigen Gründungsmitgliedern eine Urkunde überreicht, die nicht anwesenden konnten sie in der Gemeinde abholen. Insgesamt gibt es noch 32 lebende. Eines der Gründungsmitglieder, Zeno Christanell ist mittlerweile Bürgermeister von Naturns.
Zu diesem Anlass ist eine Neuauflage der Broschüre "Zug um Zug" erschienen. Der Präsident dankte der Südtiroler Transportstrukturen AG für die Finanzierung des Druckes. Eine Neuauflage war nötig, weil sich in der Zwischenzeit doch viel getan hat. Der Teil mit den Fernfahrten ist z.B. gegenüber der ersten Fassung stark erweitert, denn jedes Jahr wurde eine durchgeführt, nur 2020 ist die für Ecuador geplante wegen der Pandemie ausgefallen. Der Präsident geriet beim Blättern etwas ins Schwärmen, er zeigte sich stolz über die vielen Initiativen und erinnerte unter anderem an die abenteuerliche Aktion der Überführung der Waggons der Rhätischen Bahn nach Staben via Tieflader, wobei sogar die Luft der Reifen ausgelassen werden musste, um durch die Straßentunnels am Reschen zu kommen (der Ofenpass hatte zu enge Kurvenradien!).
Vorstandsmitglied und Kassier Alois Vent trug die Jahresabschlussrechnung vor. Die Finanzgebarung ist wie immer sehr ausgeglichen, was auch die beiden Revisoren Urban Rinner und Helmuth Pichler bestätigen. Deren Bericht las Günther Januth vor. Den größten Ausgabenposten bildet der Jugend- und Erlebnisbahnhof, wo verschiedene Sicherheits-Anpassungen und Interventionen erfolgt sind. Es ist aber weitaus mehr für den Erlebnisbahnhof aufgewendet worden als in der Abschlussrechnung ausgewiesen, weil dankbarerweise die Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt und die Bezirksgemeinschaft Vinschgau, sowie die Gemeinde Naturns direkt für bestimmte Arbeiten aufgekommen sind. Unter anderem wurden die beiden Waggons der Rhätischen Bahn neu gestrichen.
Der Präsident dankte allen diesen Förderern für die großzügige Unterstützung.
Den Tätigkeitsbericht 2020 und die Vorschau für 2021 finden Sie weiter unten als pdf-Datei.
Eine wichtige Frage bei den Vollversammlungen ist jedesmal, welcher Bahnhof denn zum Bahnhof des Jahres ausgewählt worden ist. Da durchgesickert ist, dass der gesamte Gemeindeausschuss von Salurn im Saale anwesend war, war es nicht mehr schwer zu erraten: die Wahl fiel diesmal auf Salurn!
Arthur Scheidle ist schon seit vielen Jahren der Leiter der Jury "Bahnhof des Jahres". Er erläuterte in seinem Statement, was für Salurn spricht. Er erinnerte zunächst daran, dass das Teilstück Verona-Bozen bereits 1859 in Betrieb gegangen sei (vor dem Teilstück Innsbruck-Bozen), der tonanagebende Ingenieur war damals Alois von Negrelli, auch bekannt durch sein Mitwirken beim Bau des Suezkanals. Das historische Gebäude sei in letzter Zeit vorbildlich saniert worden und durch einen Zubau ergänzt. Dort soll in Zukunft eine Bar eingerichtet werden. Im restaurierten Bahnhof finden einige Vereine des Ortes eine Heimstatt oder Räumlichkeiten (wie der italienische Bergsteigerverein CAI, die Heimatbühne, die Alpini-Veteranen oder auch der Verein "Ferramatori" (ein weiterer südtiroler Eisenbahnclub).
Die Bahnsteige sind erhöht und über die Unterführung und mittels Lifte leicht erreichbar. Es gibt Fahrradständer und eine Anbindung an das Fahrradwegenetz, Am Bahnhof kann man auch in Busse umsteigen, z.B. nach Buchholz, nach Gfrill oder nach Kurtinig-Magreit. Ein Gehsteig führt in den Ort Salurn, der - so Scheidle - durchaus besuchenswert ist, befinden sich doch dort Adelssitze, wie der von der Familie von Gelmini, ein gut rekonstruieres Rathaus und eine interessante Pfarrkirche. Über dem Ort thront die Haderburg.
Weiter unten finden Sie die Präsentation zum Thema als pdf-Datei.
Der Salurner Bürgermeister Roland Lazzari dankte für die Ehre, die der Gemeinde zukomme. Er verwies darauf, dass Salurn eines der größten Weinanbaugebiete sei. Als ein kleines Gastgeschenk brachte er auch einige Fläschchen vorzüglichen Weißweines mit. Was den Bahnhof anbelangt, so sind die Ausbaumaßnahmen Teile eines Projektes zur nachhaltigen Mobilität. Es gehe darum, mehr Menschen dazu zu bringen, das Auto stehen zu lassen und verstärkt Busse und Bahnen zu nutzen. Es sind noch eine digitale Infostelle und absperrbare Fahrradboxen geplant. Auch für eine Wohnung im Bahnhof sei noch eine Verwendungszweck zu finden. Am 29. Mai dieses Jahr soll vor Ort die Verleihung der Auszeichnung "Bahnhof des Jahres" gebührend gefeiert werden.
Der Bürgermeister von Terlan, Hansjörg Zelger, richtete Grußworte an die Mitgliederversammlung. Die Gemeinde Terlan habe gleich 3 Bahnhöfe im Gemeindegebiet, eine weitere Kuriosität sei, dass die Gleise im Bahnhof in einer Kurve lägen (was allerdings die Erhöhung der Bahnsteige verhindere) und es sei der einzige Bahnhof an der Strecke, der im Dorfzentrum liege.
Der gesellige Teil fiel leider coronabedingt heuer aus.




