Feier Bahnhof des Jahres 2023 am Bahnhof Burgstall-Lana

Gruppenfoto mit Musikkapelle vor dem Bahnhof zur Gleisseite. Zwischen den Marketenderinnen Othmar Unterkofler (Bürgermeister), Walter Weiss (Präsident) und Arno Kompatscher (Landeshauptmann).
12.06.2023

Bei schönem Wetter und in guter Stimmung fand am Samstag, 10. Juni am Bahnhof Burgstall-Lana das kleine Fest anlässlich der Überreichung der Auszeichnung "Bahnhof des Jahres 2023" statt.

Zahlreiche Festgäste hatten sich eingefunden: Landeshauptmann Arno Kompatscher (der auch Landesrat Dr. Daniel Alfreider vertrat), der Gastgeber Bürgermeister Othmar Unterkofler, der Präsident des Vereins Freunde der Eisenbahn, Walter Weiss (und Vorstandsmitglieder), Arthur Scheidle (Vizepräsident und Jury), Joachim Dejaco (Direktor der STA - Südtiroler Transportstrukturen AG), Bürgermeister der Nachbargemeinden Lana und Gargazzon und Interessierte. Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch die Musikkapelle von Burgstall.

Der Bürgermeister von Burgstall, Othmar Unterkofler verwies darauf, dass das Bahnhofsgebäude zwar im Besitze von RFI (dem italienischen Schieneninfrastrukturbetreiber), aber nun für 30 Jahre an das Land Südtirol verpachtet sei, Voraussetzung für Verbesserungen und Anpassungen. Der Bahnhof habe ein weites Einzugsgebiet und eine bedeutende Frequenz an Fahrgästen, die bequem auf weitere Transportmittel wie Bus, Fahrrad oder Pkw umsteigen könnten. Ein wichtiger Anziehungspunkt sei die neu adaptierte Bar "Km 32" direkt an den Gleisen, von der Gemeinde mit Landesgeldern (Beitrag: 500.000 €) neu erbaut. mittlerweile auch vorbildlich von der Wirtin Leni geführt und nun ein beliebter Treffpunkt.

Präsident Walter Weiss zeigte sich erfreut, dass der Ausbau der Mobilität in Südtirol einen hohen Stellenwert genießt. Ihn freue es, dass der Verein mit seinen Sensibilisierungsmaßnahmen dazu beitragen kann. Der Verein verstehe sich als ein "Kümmerer" für die Belange der Eisenbahn. Wenn man bedenke, dass anfänglich die allermeisten Bürgermeister im Vinschgau gegen eine Reaktivierung der Bahn gewesen sind, so sehe man deutlich die Verkehrswende: nun ist die Vinschgaubahn mit zwei Millionen Fahrgästen jährlich ein Erfolgsmodell und wird gerade weiter ausgebaut und elektrifiziert. Das ermögliche in absehbarer Zukunft mehr Züge mit mehr Kapazität, von Mals durchgehend bis Innsbruck und Lienz. Weiss verwies auch auf den Erlebnisbahnhof am Ex-Bahnhof Schnalstal (heute Bahnhof Staben), den der Verein erfolgreich betreibe. Er begrüßte auch das Ex-Vorstandsmitglied Joahnn Passler aus dem Pustertal. Als dieser seinerzeit Bürgermeister in Niederdorf war, erhielt der dortige Bahnhof im Jahre 2013 die erste Auszeichnung "Bahnhof des Jahres". Heute wird die Auszeichnung zum 11. Male vergeben.

Vizepräsident Arthur Scheidle erläuterte, warum die Wahl auf den Bahnhof Lana-Burgstall gefallen ist, übrigens der erste ausgezeichnete auf der Line Meran-Bozen. Zunächst seien es einmal historische Aspekte: das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude befindet sich noch im Originalzustend (Baujahr 1881). Der Bau erinnere an eine schicke Landvilla. Eine noch erhaltene größere Lagerhalle schließt daran an und erinnert an die Zeiten, wo der Bahnhof noch ein Güterumschlagplatz war. Der Bahnhof Burgstall war von 1913 bis 1974 auch mit einer Stichbahn mit Niederlana und den dortigen Obstmagazinen verbunden, bekannt war die Linie daher als "Apfelexpress". Davon zeugen noch die restaurierte Etschbrücke und das E-Lok-Denkmal. Der Bahnhof in seiner heutigen Funktion ist eine Mobilitätsdrehscheibe, mehrere Buslinien starten hier, es gibt Kiss-and-Ride-Parkplätze, eine sehr gute Anbindung an das Fahrradnetz und eigene Fahrradstellplätze. Die Züge sind für die Fahrgäste auf erhöhten Bahnsteigen barrierefrei erreichbar. Die Betonwand bei den Bushaltestellen ziert ein großräumiges Graffito. Der Bahnhofsvorplatz mit dem Pflanzenschmuck wertet das gesamte Ensemble auf, auch für eine neue Beleuchtung wurde gesorgt - und nicht zuletzt ist das neu errichtete und gut geführte Bistro "Km 32" ein gehöriger Pluspunkt.

Landeshauptmann Arno Kompatscher dankte dem Verein und dem Präsidenten für das ungebrochene Engagement. Die Gemeinde Burgstall hingegen habe mit der Aufwertung des Bahnhofes einen beachtlichen Beitrag zur Attraktivitätssteigerung des Öffentlichen Nahverkehrs geleistet. Der Bahnhof Burgstall-Lana sei wegen der Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern ein gutes Beispiel für funktionierende Intermodalität. Er verwies auf die laufenden Ausbauprojekte in Südtirol, bei denen die Eisenbahn das Rückgrat bildet: die Elektrifizierung Vinschgaubahn, den Bau der Riggertalschleife, den Ankauf einer ganzen Flotte neuer Züge - und nicht zuletzt den zweigleisigen Ausbau der Strecke Meran-Bozen, notwendig, um die Fahrzeiten zu reduzieren, womit die Strecke "in eine neue Kategorie katapultiert" werde. Dabei werde sicher wertvoller Kulturgrund gebraucht, aber die kürzlich erfolgte Aussprache mit den Grundeigentümern sei konstruktiv gewesen. Er gab auch der geplante Verbindung in die Schweiz (Mals-Scuol, Rhätisches Dreieck) eine Chance.

Abschließend wurde die Plakette überreicht, die an gut sichtbarer Stelle am Bahnhhofsgebäude angebracht werden wird. Der Bürgermeister lud zu einem Umtrunk in das Bistro "km 32", wo noch lange diskutiert wurde. Auch ein Sohn eines Eisenbahners hatte sich eingefunden, dessen Vater längere Zeit Bahnhofsvorstand am Bahnhof Burgstall-Lana war.

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