Feier Bahnhof des Jahres 2025 in Mals

Juryleiter Arthur Scheidle, Präsident Walter Weiss und der Bürgermeister von Mals, Josef Thurner bei der Präsentation der Plakette "Bahnhof des Jahres".
10.02.2025

Der Bürgermeister von Mals, Josef Thurner, begrüßte die Festgäste in der Wartungshalle der STA, welche auf dem Bahnhofsgelände liegt. Der Bahnhof habe schon immer eine wichtige Rolle für den Obervinschgau gehabt und diese werde stark zunehmen. Zur Zeit sind, wie ersichtlich, die Elektrifizierungsarbeiten im Gange und auch diese Halle werde den neuen Erfordernissen angepasst. Nach Abschluss der Arbeiten ist mit einem erheblichen Zuwachs an Fahrgästen zu rechnen, was durchaus im Sinne der Nachhaltigkeit ist und der Umwelt zugutekommt.
Gekommen waren der persönliche Referent des Mobilitätslandesrates Daniel Alfreider, Ingo Dejaco, der Grüße überbrachte. Von Seiten der STA (Südtiroler Transportstrukturen AG, Infrastrukturbetreiber der Vinschgaubahn) war Marco Cagol gekommen. Er ist Projektleiter bei der Vinschgaubahn. Unter den Gästen auch der Bürgermeister von Schluderns, Herr Haiko Hauser, des an der Bahn gelegenen nächsten Ortes. Auch Klaus Demar vom Rittnerbahn-Komitee hatte sich eingefunden.

Präsident Walter Weiss begrüßte die Festgemeinschaft und verwies auf die nunmehr 20jährige Erfolgsgeschichte der Vinschgaubahn. Die Aktion "Auszeichnung Bahnhof des Jahres", werde nun bereits zum 13. Male vom Verein Freunde der Eisenbahn vergeben. Bereits viermal sei eine Gemeinde an der Vinschgaubahn für ihren Bahnhof ausgezeichnet worden, als erstes Marling (2014), dann Schluderns-Glurns (2015), Spondinig/Prad/Stifls (2020). Die letzten beiden Auszeichnungen gingen an die Bahnhöfe der Städte Brixen und Bruneck. Jetzt geht es wieder in den Vinschgau, eben hierher nach Mals.

In den Zwischenpausen sorgte die Musikkapelle Matsch für eine feierliche Athmosphäre.

Weiss übergab das Wort an den Vizepräsidenten und Juryleiter Arthur Scheidle, der die "laudatio" hielt. Er habe vorher schon einen Rundgang gemacht und empfunden, dass es wirklich an der Zeit sei, die Gemeinde Mals für ihren Bahnhof auszuzeichnen. Der Malser Bahnhof sei nicht nur ein Mobilitätszentrum mit Busverbindungen in alle Richtungen, die Orte des Oberlandes verbindend, aber auch mit "internationalen" Verbindungen, z.B. in die Schweiz und nach Nordtirol. Auch die Fahrradmobilität habe hohen Stellenwert durch Anbindung an das Radnetz und mit dem Fahrradverleih.

Die Bauten auf dem Areal bildeten ein besonderes Ensemble, so Scheidle, wo sich das Alte und das Neue auf stimmige Art und Weise verknüpfe. Historische Teile wie das Aufnahmegebäude, der Wasserturm, der 5-zackige Wendestern (zum Drehen der Dampfloks, ein technisches Kulturdenmal!) und die ursprüngliche, denkmalgeschützte Remise harmonierten mit den Neubauten, wie z.B. mit dem verlängerten neuen Gebäudeteil der Remise. Bahnhöfe wie der von Mals seien Begegnungsräume und lebendige Orte. Dazu trage auch die mittlerweile gut geführte Bahnhofsbar bei, die den Bahnhof zu einem beliebten Treffpunkt mache. Der Bahnhof werde immer mehr zu einer Eingangspforte in das Dorf, verstärkt noch durch die zu erwartende Mehrnutzung der Bahn durch die bevorstehende Elektrifizierung und der technischen Aufwertung der gesamten Linie. Mals sei auch insofern Vorbild, als dass von seiten der Gemeinde besonders auf Sauberkeit und Instandhaltung bei ihrem Bahnhof geachtet werde. Ein besonderer Dank, so Arthur Scheidle, gebühre neben der Gemeindeverwaltung von Mals mit ihrem Bürgermeister Josef Thurner, auch der Landesregierung, den Mitarbeitern der STA und allen weiteren Beteiligten, die sich engagierten.

Marco Cagol von der STA sprach über die laufenden Arbeiten und die notwendigen Streckensperren. Das erfordere von den Fahrgästen einiges an Geduld, da sie die für einen längeren Zeitraum nun auf Busse umsteigen müssen. Ab Mitte Februar wird die Strecke von Mals nach Laas dafür genutzt, um die neuen Züge zu testen. Das ist dann das erste Teilstück unter Strom. Ab Oktober wird dann die gesamte Strecke bis Meran für mehrere Monate gesperrt, um die Arbeiten wie Einsetzen des Fahrdrahtes, Verlängerung der Bahnsteige und Einbau des Signalsystems ETCS voranzubringen. Am Ende aber werden wir alle belohnt werden, so Cagol, mit einer noch  leistungsfähigen und  mit verdichtetem Fahrplan und einem Zugangebot im Halbstundentakt, mit direkten Zügen ohne Umstiege in Meran, zunächst über Bozen bis nach Innsbruck, dann auch ins Pustertal. Erste elektrisch betriebene Züge stellte er für Frühjahr 2026 in Aussicht.

Der Projektleiter für die bevorstehende Erweiterung der Remise, Dr.-Ing. Ronald Patscheider, berichtete über die geplanten Arbeiten. Die Halle sei zwar bereits 2005 und dann ein weiteres Mal im Jahre 2019 erweitert worden, jetzt stehe aber eine Erweiterung um weitere 11 Meter an. Dies sei notwendig, weil die neue Zugflotte, die Züge namens Coradia Stream, hier in Mals gewartet werden und diese hätten ein großes Platzangebot und daher auch längere Ausmaße. Es seien noch eine Reihe weiterer Adaptierungen notwendig, so z.B. die Einrichtung einer Art Turm mit einem Hebekran. Die meisten technischen Anlagen befänden sich bei diesen neuen Zügen nicht unter dem Zug, sondern auf dem Dach. Dazu kämen noch eine verbreiterte Senkgrube, eine Umspannkabine und ein Zubau für die Logistik. Auch im Gleisplan würde sich etwas ändern.

Der Bürgermeister Josef Thurner schloss den offiziellen Teil. Er bedankte sich beim Verein Freunde der Eisenbahn für die Initiative und bei allen, die zum Gelingen der "Drehscheibe Bahnhof Mals" einen Beitrag leisten. Für die gelungene Feier bedankte er sich für das Catering beim Team der Bahnhofsbar und für die musikalische Umrahmung bei der Musikkapelle Matsch. Nicht zuletzt bringe das Wartungszentrum für die Coradia-Stream-Züge  auch an die 20 Arbeitsplätze mit sich, so ergänzte der Bürgermeister noch. Ein Dank erging auch an die Medien, die zahlreich vertreten waren.
Präsident Weiss, Juryleiter Scheidle und Bürgermeister Thurner begaben sich nun zum Bahnhofsgebäude für ein Fotoshooting. Dort nämlich wird die Plakette "Bahnhof des Jahres 2025" befestigt und in Zukunft wohl vielen Fahrgästen ins Auge fallen.

Video von der Facebook-Seite von Landesrat Daniel Alfreider

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