Freunde der Eisenbahn besuchen die Gemeinde Mühlbach

Freunde der Eisenbahn am Bahnhof von Mühlbach mit Bürgermeister Christoph Prugger (Bildmitte). Foto: Verein Freunde der Eisenbahn.
01.09.2020

Im Jahre 2000 wurde er gegründet, der Verein Freunde der Eisenbahn, der sich in erster Linie die Aufwertung der Eisenbahn in jeder Hinsicht zum Ziele setzte. Seinen Sitz hat der heute bereits mehr als 1300 Mitglieder zählende Verein in Staben (Vinschgau). Sein Gründungspräsident Walter Weiss steht immer noch diesem Verein als Präsident vor. Das erste und oberste Ziel dieses Vereines war die Wiedereröffnung der Vinschgauer-Bahn, was nach vielem Bemühen des rührigen Präsidenten im Jahre 2005 auch gelungen ist, Weiters hat dieser Verein im Laufe der vergangenen 20 Jahre  viele Anregungen für die Aufwertung der Eisenbahn sowie für die Sanierung der Bahnstrecken und der Bahnhöfe in unserem Land gegeben und  in bester Zusammenarbeit mit dem Amt für Mobilität, der Landesregierung und den zuständigen Ämtern der Bahnverwaltung  einen Beitrag für den heute gut funktionierenden  Personennahverkehr geleistet. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Elektrifizierung der Vinschgauer-Bahn bereits im Gang ist und der Bau der Riggertalschleife bald schon Wirklichkeit wird. Weiters bemüht sich dieser Verein bei der Bevölkerung die Freude am „Zufahren“  und zur Benutzung der Eisenbahn zu wecken. So werden nicht nur größere Bahnfahrten in ferne Länder sondern  kleinere Fahrten durch unser Land organisiert und durchgeführt.

So ist es inzwischen schon zur Tradition geworden, dass alljährlich eine Eisenbahnfahrt durch das Pustertal gemacht wird mit dem Ziel einerseits die restaurierten Bahnhöfe dieses Tales zu besichtigen und andererseits eine Gemeinde besser kennen zu lernen. Wurden in den vergangenen Jahren alle Gemeinden des Pustertales,  in denen ein Bahnhof besteht, besucht, so stand im heurigen Jahr der Besuch der Gemeinde Mühlbach auf dem Programm. Am Samstag, den 29. August war es soweit. Etwa 25 Mitglieder des Vereines Freude der Eisenbahn haben die Einladung des Präsidenten angenommen und trafen mit dem Zug zur gegebenen Zeit am Bahnhof von Mühlbach ein, wo sie vom Vorstandsmitglied Johann Passler freundlich begrüßt und willkommen geheißen wurden. Besonders erfreut zeigte sich  dabei Passler, dass auch der Bürgermeister der Gemeinde Mühlbach Herr Christoph Prugger gekommen ist, der den Fahrgästen den Bahnhof von Mühlbach und die weitere „Machbarkeitsstudie“ desselben  vorstellte.

Anschließend gab es einen freundlichen Empfang im Rathaus von Mühlbach, wo Bürgermeister Prugger in einer treffenden  und passenden Ausführung seine Gemeinde den Freunden der Eisenbahn vorstellte, wobei es ihm gelang, einen sehr guten Einblick in Geschichte, Landschaft, Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Vereinsleben  u.a. zu vermitteln, was von allen Teilnehmern mit viel Interesse und  großer Begeisterung aufgenommen wurde.

Die Gemeinde Mühlbach erstreckt sich auf 8.410 Hektar, setzt sich aus den Ortschaften Mühlbach, Vals, Meransen und Spinges  zusammen und zählt heute 3.160 Einwohner. Sie befindet sich am Übergang vom Pustertal ins Eisacktal. In den landeskundlichen Beschreibungen wird diese Gemeinde dementsprechend mal der einen, mal der anderen Talschaft zugerechnet; aufgrund ihrer Nähe zu Brixen ist sie jedoch der Bezirksgemeinschaft Eisacktal zugeteilt.  Mühlbach wird, so berichtet Prugger weiter, in einer Brixner Traditionsnotiz aus der Zeit um 1050 als „Mulibah“ erwähnt und gehörte  durch Jahrhunderte (bis 1891) zur Pfarre Rodeneck, wobei angenommen wird, dass Rodanc-Rodeneck die ursprüngliche  Muttergemeinde von Mühlbach gewesen ist. Die Grenze zum Pustertal bildet die „Mühlbacher Klause“. Es war dies die einstige Tal- und Straßensperre, die zur Zolleinhebung diente, die am 12. Jänner 1269 zum ersten Mal erwähnt wurde. Weiters machte der Bürgermeister einen Streifzug durch seine Gemeinde, in dem er ausführlich über  Bildungs- und Schulwesen, Vereinstätigkeit, Kultur, Landwirtschaft, Handwerk, Sehenswürdigkeiten, Zusammensetzung der Gemeindeverwaltung,  über das Wasserkraftwerk, über An- und Adelssitze, über das Herzjesu-Institut u. a. berichtete. Dabei versäumte er es auch nicht, Mühlbach als „Tourismusgemeinde“ mit 4.111 Betten und 780.000 Übernachtungen und den bestehenden Gastbetrieben vorzustellen sowie auf das Skigebiet Gitschberg-Jochtal-Meransen und auf bekannte und schöne Gegenden wie Altfasstal und Fanealm, Labisebenealm und Brixner Hütte hinzuweisen. Mit einem Ausblick auf weitere Tätigkeiten, die die neue Gemeindeverwaltung in Angriff nehmen  wird, schloss Prugger seine interessanten Ausführungen ab. Anschließend versammelten sich die Teilnehmer mit dem Bürgermeister zu einem Umtrunk auf dem Mühlbacher Kirchplatz, der als historischer Marktplatz die Kulisse vieler Veranstaltungen bildet.

Auf dem Programm zum Besuch der Gemeinde Mühlbach stand die Fahrt mit dem Linienbus nach Vals zur Kabinenseilbahn Jochtal und die Seilbahnfahrt nach Jochtal im Ski- und Wandergebiet Gitschberg-Jochtal. Obwohl der Wettergott der Gruppe der Reisenden  nicht gut gesinnt war, unternahmen die Freude der Eisenbahn diese Bergfahrt und erreichten gegen Mittag die Bergstation dieses wunderbaren Gebietes. Dort angekommen, zeigte  der „hl. Petrus“ doch Verständnis und teilte für eine kurze Zeit das „Wolkenmeer“, wodurch den Teilnehmern ein Licht- und Ausblick auf das herrliche Bergmassiv und das bekannte Skigebiet gewährt wurde. Dann aber gab es ein vorzügliches Mittagessen im Restaurant Jochtal, das allen Teilnehmern vorzüglich mundete. Es waren ein paar schöne Stunden, die hier die Freunde der Eisenbahn in froher Stimmung erleben durften. Es wurde geplaudert, gelacht erzählt und humorvolle und schöne Erinnerungen wurden ausgetauscht. Das gemütliche Beisammensein und das gute Mittagessen trugen dazu bei, dass die Kameradschaft und die Freudschaft unter den Mitgliedern der Freunde der Eisenbahn ausgebaut und gefördert wurde, auch ein Ziel, das sich der Verein gesetzt hat.

Im Nu vergingen die schönen Stunden und schon saß man in der Kabinenbahn, die die Teilnehmer zur Talstation brachte, wo schon der Bus für die Fahrt zum Bahnhof nach Mühlbach wartete. Dort wurden die Reisenden von Organisator Johann Passler und Präsident Walter Weiss freundlich verabschiedet. Mit  Freude und beeindruckt von den vielen positiven Erlebnissen, die ihnen dieser Tag brachte, bestiegen die Reisenden  den Zug, der sie wieder zu ihrem Ausgangsbahnhof brachte.

Bericht von Johann Passler

-A A +A