Freunde der Eisenbahn besuchen die Gemeinde Vintl

Gruppenfoto am Bahnhof von Vintl mit Bürgermeister Walter Huber (1. von . l.), Präsident Walter Weiss (2. von l.) und Vorstandsmitglied Johann Passler (4. von l.). Foto: Johann Passler.
20.10.2019

Von Johann Passler (Vorstandsmitglied des Vereins)

Es ist nun schon zur Tradition geworden, dass Mitglieder aus dem Verein „Freunde der Eisenbahn“ eine Gemeinde im Pustertal besuchen. Ziel dieser Fahrt ist es vor allem, die Freude am „Zugfahren“ zu wecken, einen Bahnhof zu besichtigen, eine Gemeinde bessrer kennen zu lernen und die Freundschaft und Kameradschaft unter den Mitgliedern zu fördern. Schon viele Gemeinden des Pustertals wurden in den letzten Jahren besucht und immer war es ein freudiges aber auch interessantes Ereignis, das diese Fahrten kennzeichneten.

Heuer stand die Gemeinde Vintl auf dem Programm. Eine Gruppe von über 30 Personen  vor allem aus dem Vinschgau und Burggrafenamt kamen mit den Zug angereist am Bahnhof in Vintl an, wo sie vom Vorstandsmitglied dieses Vereines Johann Passler herzlich begrüßt und freundlich aufgenommen wurden. Nach kurzer Vorstellung des schmucken Bahnhofes, wobei auch Altbürgermeister Rudolf Cerbaro einige Hinweise gab, führte der Weg in das Rathaus von Vintl, wo schon der Bürgermeister Herr Walter Huber auf die Reisenden wartete und diese besonders freundlich begrüßte und in der Gemeinde Vintl willkommen hieß. In der darauf folgenden Vorstellung der Gemeinde Vintl gab Bürgermeister Huber seiner Freude Ausdruck, dass der Verein „Freude des Eisenbahn“ in diesem Jahr die Gemeinde Vintl als Ziel der Reise gewählt hat. Mit treffenden und leicht verständlichen Worten stellte Huber seine  Gemeinde in Wort und Bild vor, wobei es ihm gelang, einen sehr guten Einblick in Geschichte, Landschaft, Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Vereinsleben u.v.a. der Gemeinde Vintl und der dazu gehörenden Fraktionen zu vermitteln, was von allen Teilnehmern mit großem Interesse und Zustimmung aufgenommen wurde. Die Gemeinde Vintl, so konnte man von den Zuhörern vernehmen, kann sich sehen lassen mit dem, was in letzter Zeit in jeder Hinsicht an Ausbau und Fortschritt erreicht wurde, was wohl, so die Teilnehmer, auf eine einsatzfreudige, verantwortungsbewusste und aktive Gemeindeverwaltung zurückzuführen ist.

Nach einem Umtrunk stand der Besuch der „Rieper-Mühle“ auf dem Programm. Nach einer kurzen Begrüßung und einem herzlichen Willkommengruß stellte der Firmeninhaber Herr Alexander Rieper seine Firma vor, wobei es ihm gelang, einen sehr guten Einblick in den Aufbau und Ablauf seines Betriebes zu vermitteln. In seinen Ausführungen verwies er, dass die Fa. Rieper eine sehr inhaltsreiche Geschichte aufzuweisen hat, die weit in die Vergangenheit zurückreicht und im Jahre 1860 mit dem Kauf eines Anwesens durch Alois Anton Rieper begann, zu dem eine Landwirtschaft, eine Säge, ein Gasthof und eine Getreidemühle gehörten.  Im Jahre 1893  überschrieb er den Betreib seinen Sohn Franz, der als technischer Pionier viel Neues in Gang brachte, unter anderem den Neubau einer automatischen, elektrisch angetriebenen Mühle, sie 1918 in Betrieb ging. In schwierigen Jahren tritt Albert Rieper 1926 in das Unternehmen ein und unter ihm wurde die Leistung der Mühle  laufend gesteigert. Die höheren Mehlmengen brachten auch mehr Nachprodukte wie Kleie und so wurde im Jahre 1948 mit der Produktion mit Kraftfutter begonnen. 1961 wurde das erste, 2002 das zweite neue Kraftfutterwerk gebaut. Heute wird die A.Rieper AG von Alexander und Karin Rieper, den Kindern von Peter Rieper geführt und sieht sich als fortschrittliches Familienunternehmen in der 5. Generation, das den Markt mit Qualitätsmehlen, hochwertigen Futtermitteln und gesunden Roggenmischbroten versorgt. Sie ist Marktführer in der Region. Die verschiedenen Mehle und Futtermittel werden in der Europaregion  Tirol - Südtirol, Trentino und Nordtirol -  an ca. 5.000 Kunden verteilt. Etwa 150.000 t Rohstoffe werden verarbeitet. Die Mehle der Rieper-Mühle werden an namhafte Südtiroler Industriebetriebe, an große und kleinere Bäckereien sowie an die Gastronomie und die Supermärkte geliefert. Die A.Rieper AG beschäftigt derzeit 118 qualifizierte Mitarbeiter, die sich für bestmögliche Kundenzufriedenheit einsetzen.

Nach dieser ausführlichen Vorstellung des Betriebes erfolgte ein Durchgang  durch die Mühle geführt und geleitet von den technischen Mitarbeitern,  wobei  die Besucher einen guten Einblick  in den  Ablauf des ganzen Betriebes erhalten konnten.

Alles in allem war der Besuch der Rieper-Mühle  ein sehr interessanter Erfolg, der sich auf jeden Fall gelohnt  hat.

Nach einem üppigen und schmackhaften Mittagessen im Aktiv- und  Genusshotel Lodenwirt war der Besuch des Lodenmuseums vorgesehen. Unter trefflicher und sachkundiger Führung konnte die Gruppe in den einzelnen  Museumsräumen den  Werdegang der Wolle vom „Schaf bis zum Loden“ erfahren. Dabei gelang es der Führerin  in leicht verständlicher Ausführung die einzelnen Arbeitsschritte beginnend mit dem Baden und Schweren der Schafe über das Walken bis zum Kämmen und Spinnen der Wolle und das darauf folgende Weben bis hin zum fertigen  Loden im Detail zu erklären, Ausführungen, die die ganze Gruppe mit viel Interesse und Aufmerksamkeit verfolgte. Schließlich wurde noch der Übergang von der ehemaligen Handarbeit zu den heutigen Maschinen vermittelt.

Schnell verging die Zeit und ehe man es  versah, fanden sich die Reisenden wieder am Bahnhof von Vintl ein, wo sie in freundlicher Weise vom Organisator dieser Reise Johann Passler verabschiedet wurden. Der Präsident des Vereines Freunde der Eisenbahn Walter Weiss, der auch mit dabei war, gab seiner Freude  Ausdruck über die gelungene und interessante Reise, dankte allen für die Teilnahme und vor allem dem Vorstandmitglied Johann Passler für die gute Organisation und die Abwicklung  der Reise.

Beeindruckt und reich an Erlebnissen, die dieser Tag brachte, bestiegen die Teilnehmer  den Zug, der sie wieder in ihr Heimatorte brachte.

 

 

 

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