Freunde der Eisenbahn besuchen die Marktgemeinde Innichen

Die Gruppe vor dem Bahnhof Vierschach
24.09.2015

Von Dr. Johann Passler (Vizepräsident)

Im Jahre 2000 wurde auf Initiative von Dr. Walter Weiss der Verein „Freunde der Eisenbahn“ ins Leben gerufen mit der Absicht, im Besonderen die „Vinschger-Bahn „ wieder aufzuwerten.  Dieser Verein hat in der Zwischenzeit große Beliebtheit erfahren; die Mitgliederzahl nahm von Jahr zu Jahr zu und viele fühlen sich wohl in diesem auf Ehrenamt aufgebautem Verein  mit klarer Zielsetzung  nämlich die Aufwertung der Eisenbahn und, damit verbunden, die Weckung der Freude am „Zugfahren“. Heute zählt dieser Verein beinahe 1.200 Mitglieder, die  verschiedenen Kreisen der Wirtschaft und Politik angehören und aus allen Teilen des Landes und zum Teil auch aus dem Ausland stammen.  Zehn ehrenamtlich tätige Vorstandmitglieder verwalten diesen Verein, der seinen Sitz in Staben (Vinschgau) hat. Auch die Bezirksgemeinschaft Pustertal ist mit Johann Passler als Vorstandsmitglied und Vizepräsident in diesem Verein vertreten. Zurzeit setzt sich dieser Verein für die Elektrifizierung der „Vischger-Bahn“ und den Bau der „Riggertalschleife“ besonders ein. Die diesbezüglichen Projektierungen  sind bereits in der Ausarbeitungsphase bzw. werden im nächsten Jahr vergeben.

Neben der Förderung und Aufwertung der Eisenbahn organisiert dieser Verein  alljährlich mehrere Kulturreisen  mit der Eisenbahn in fremde Länder in- und außerhalb Europas. Weiters haben sich die Freunde der Eisenbahn zum Ziel gesetzt, unser Land besser kennen zu lernen und die menschlichen Kontakte zu fördern und zu pflegen.

So ist es inzwischen schon zur Tradition geworden, dass einmal im Jahr eine Gemeinde im Pustertal besucht wird. Waren in den letzten Jahren die Gemeinden Niederdorf, Olang, Percha, Welsberg, Toblach und St. Lorenzen das Ziel dieser Reise, so führte heuer die „Eisenbahnfahrt“ in die Marktgemeinde Innichen. Am dortigen Bahnhof konnte Vizepräsident Johann Passler 45 Teilnehmer empfangen und begrüßen. Anschließend führte der Weg zum Rathaus von Innichen, wo die Freunde der Eisenbahn von der Bürgermeisterin Frau Rosmarie Burgmann herzlich begrüßt und freundlichst empfangen wurden. Nach einem reichlich dargebotenen Umtrunk mit einheimischen Köstlichkeiten dankte Johann Passler der Bürgermeisterin und dem Gemeindereferenten für Mobilität Hans Schmieder für den freundlichen Empfang , wobei er auf drei Ziele hinwies, die mit dieser Reise verbunden waren,  nämlich die Weckung der Freude am „Zugfahren“,  das Kennenlernen einer Gemeinde und die Förderung der menschlichen Kontakte, die Begegnung der Menschen  und damit verbunden die Förderung der Kameradschaft und der Freundschaft. Die Bürgermeisterin stellte dann in trefflicher Weise die Marktgemeinde Innichen vor, wobei sie auf die Geschichte, auf die wirtschaftliche Entwicklung und die gegenwärtige politische Zusammensetzung derselben einging. Als besonderes Anliegen  hob  sie dabei die Versetzung  und die Aufwertung des Bahnhofes Innichen hervor. Dann stellte Ing. Michael Prader  das neue  bis in alle Einzelheiten  ausgearbeitete Projekt des Bahnhofes vor, das eine Versetzung desselben in den Ortsbereich vorsieht, was von den Anwesenden mit viel Aufmerksamkeit und Interesse aufgenommen wurde.

 Innichen ist auch eine Gemeinde, die große Sehenswürdigkeiten aufzuweisen hat, wozu unter vielen anderen vor allem die Stiftskriche und die St. Michaels-Kirche zählen. Herr  Albuin Gruber führte  die Freunde der Eisenbahn durch diese beiden Kirchen, wobei es ihm gelang, in trefflicher, verständiger und fachkundiger Weise  die beiden historischen Bauobjekte vorzustellen.

Weiter ging nun die Fahrt  nach Vierschach, wo die Reisenden den neuen Bahnhof besichtigen konnten. Dort wurden sie von Herrn Christian Tschurtschenthaler, einem leitenden Mitarbeiter der Helmbahnen AG, freundlichst empfangen, der die Struktur  des neuen Bahnhofes vorstellte und auch die Bedeutung dieses Bahnhofes für den Tourismus in besonderer Weise hervorhob. Schließlich wurde gerade durch die Eröffnung dieses Bahnhofes am vergangenen 14. Dezember 2014 die Verbindung mit der Aufstiegsanlage zum Helm  hergestellt. Dann bestiegen die Freunde der Eisenbahn die Kabinen der Seilbahn, die sie auf den Helm auf über 2000 Meter Seehöhe brachten. Eine wunderschöne Kulisse  der umliegenden Bergwelt eröffnete sich nun den Teilnehmern an dieser Reise. Sie genossen den schönen Ausblick, das herrliche Panorama und die strahlende Sonne, die noch dazu für angenehme Wärme  und Wohlbefinden sorgte.  Herr Tschurtschenthaler  nannte die treffenden Namen der Berge, ging aber auch auf die tragische Geschichte  des Ersten Weltkrieges ein, die sich in diesen Bergen abgespielt hat. Ein gutes Mittagessen  im nahen Restaurant Helm  war der krönende Abschluss dieser Bergfahrt. Dazu war auch der Vizepräsident der Helmbahnen AG Herr Kurt Holzer gekommen, der die Freunde der Eisenbahn herzlich begrüßte und ihnen die Helmseilbahnen AG  und die Wichtigkeit und Bedeutung  derselben für den Tourismus  im Hochpustertal besonders für das Gebiet Innichen, Vierschach, Sexten  vorstellte.

Beeindruckt von dieser herrlichen Bergwelt  und von allem, was sie an diesem Tag erlebt hatten, kehrten nun die Freunde der Eisenbahn wieder zum Bahnhof von Vierschach zurück, wo sie nach einem herzlichen Abschiedsgruß durch Johann Passler wieder den  Zug bestiegen und die Heimreise antraten.

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