Gelungene Feier zum 25-jährigen Bestehen des Vereins mit viel Prominenz

Gründungsmitglieder des Vereins mit Auszeichnung
28.12.2025

Am Sonntag, 28.12.25, exakt 25 Jahre nach der Vereinsgründung wurde in einer Feierstunde das Silberjubiläum gefeiert, auch am gleichen Ort, nämlich im Rathaus in Naturns.
Vorstandsmitglied Astrid Kofler führte durch den Abend (Ihre Präsentation weiter unten).
Eine Reihe von Ehrengästen ergriffen das Wort, dankten Walter Weiss und dem Vorstand für ihren langjährigen erfolgreichen Einsatz und gratulierten.

Bürgermeister von Naturns, Zeno Christanell: 

Er habe schon als junger Gemeindereferent schon Walter Weiss viel gelernt, unter anderem, wie es gelingt, den "fordernden Bürger" zu einem "dankbaren Bürger" zu machen. Weiss sei es gelungen, die Menschen für die Rettung der Vinschgaubahn und den Ausbau des Eisenbahnwesens in Südtirol allgemein zu begeistern. 
Unter den Ehrengästen auch der Ex-Bürgermeister von Naturns, Andreas Heidegger.

Präsident Walter Weiss und Ex-Landeshauptmann Luis Durnwalder

Luis Durnwalder erinnerte an die Zeiten, wo es darum ging, zu entscheiden, entweder eine Schnellstraße durch den Vinschgau zu bauen oder die stillgelegte Bahn wieder zu beleben. Er habe damals von den Gemeinden gefordert, dass sie sich hinter das Projekt stellen und auch finanziell beizutragen. Das Projekt Wiederinbetriebnahme der Vinschgaubahn war wegen der hohen Kosten für Bau und Betrieb nicht wenig umstritten. Und so hat es einen "Leithammel" und konsequenten Menschen wie Walter Weiss gebraucht, der für das "Weg von der Straße hin zur Schiene!" tüchtig und unablässig agiert hat. Hätte es den Verein Freunde der Eisenbahn schon früher gegeben, wären wahrscheinlich die Grödner- und Ahrntalerbahn auch zu retten gewesen. Die gelungene Reaktivierung der Vinschgaubahn hat in der Folge auch andere Vorhaben wie z.B. den Bau der Riggertalschleife positiv beeinflusst. Herzliche Gratulation, lieber Walter

Walter Weiss erinnerte an die Zeit, wo von verschiedener Seite der Aufschrei erfolgte "15 Jahre Stillstand sind genug!"- Damals entstand der starke Wunsch nach einem "staufreien Korridor in die Landeshauptstadt". Zunächst waren die meisten Bürgermeister im Tal gegen die Wiederinbetriebnahme der Bahn, aber durch gezielte Überzeugungsarbeit konnten schließlich alle dafür gewonnen werden. Der Wendepunkt sei gewesen, als der damalige Landeshauptmann Luis Durnwalder das Projekt zu fördern begann und sich für die Finanzierung einsetzte. Heute sei die Bahn das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs in Südtirol und in Mals könne man zur Zeit einen Zug der neuen Flotte besichtigen. Er dankte allen, die in den letzten 25 Jahren den Verein unterstützt haben, vor allem den vielen freiwilligen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Amtierender Landeshauptmann Arno Kompatscher

Kompatscher meinte bezugnehmend auf "dankbarer anstatt fordernder Bürger", er spüre auch oft Mißtrauen und wenig Zuversicht. Die Projekte zögen sich zwar lange hin ("7 Jahre für die Masten zur Elektrifizierung aufstellen im Vinschgau?"), - und dennoch tue sich viel. Bald werden neue, geräumige Züge von Mals nach Innsbruck und nach Lienz durchfahren. Dafür müsse man zwar erneut die Bahnsteige verlängern. Die nächsten große Schritte für die westliche Landeshälfte werden die von der Brennerlinie unabhängige Einfahrt in den Bahnhof Bozen und der zweigleisige Ausbau der Meran-Bozen-Linie sein. Darüberhinaus soll 2027 die Riggertalschleife  in Betrieb gehen und auch im Pustertal sind zweigleisige Abschnitte geplant. Es ist nicht selbstverständlich, dass die Menschen bei diesen Projekten immer mitmachen, zumal die Projekte auch viel Geld kosten und die Baustellen Beeinträchtigungen mit sich bringen. In Zukunft werden Reiseketten mit verschiedenen Verkehrsmitteln eine größere Rolle spielen: Zug, Bus, Carsharing, Elektromobilität mit Auto und Fahrrad. Der Erlebnisbahnhof hingegen sei nicht nur für Kinder ein Erlebnis, sondern auch für Erwachsene und ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung der Jugend für ein nachhaltiges Verkehrsverhalten. Kompatscher möchte in der restlichen Zeit als Landeshauptmann noch erreichen, dass die Verbindung vom Vinschgau in die Schweiz konkret angegangen wird. Es ist bereits ausgemacht, dass das Land Südtirol 50% der Kosten übernimmt. Er dankte Walter Weiss für seinen unermüdlichen Einsatz und wünschte dem Verein weiterhin viel Erfolg!

Landtagspräsident Arnold Schuler und Ex-Landesrat Richard Theiner

Arnold Schuler könne sich an gut die Diskussion vor 25 Jahren erinnern: "wozu brauchen wir die altmodische Bahn, machen wir die Trasse doch zum Radweg und bauen die ME-BO weiter!" Letzteres war schon beschlossene Sache und dann kam doch noch eine Wende. Weiss habe aber Schritt für Schritt die Bürgermeister umgestimmt. Walter Weiss mit der Vereinsgründung, aber auch die Umweltschutzgruppe Vinschgau unter Florin Florineth und mit Heinrich Zoderer haben die fehlende Bahn immer wieder zum Thema gemacht, z.B. in legendären Bürgerversammlungen wie "Wohin mit dem Verkehr?" Die Bahnhöfe haben die Gemeinden herrichten müssen, so war vereinbart und so sind wir Bürgermeister am Morgen zu Luis Durnwalder in die Sprechstunde und haben finanzielle Zusagen bekommen. Das hatte damals Handschlag-Qualität, man hat die Summen dann sogleich in die Finanzierungspläne eingebaut und ohne viel Wenn und Aber die Arbeiten vergeben.
Richard Theiner verwies darauf, dass einflussreiche Gruppen vehement gegen die Bahn waren, aber auch welche vehement dafür, wie die Umwettschutzgruppe Vinschgau, aber auch der HGV. Die Gründung des Vereins sei ein Geniestreich von Walter Weiss gewesen. Der Verein hat schrittweise das Mobiliätsdenken auf eine höhere Ebene gebracht und die Reaktivierung der Vinschgaubahn als Teil einer umfassenderen Verkehrspolitik ins Spiel gebracht. Plötzlich konnten sich viele für die Bahn begeistern und fanden im Verein ein Sprachrohr.

Von den 56 Gründungsmitgliedern sind noch 30 nach 25 Jahren aktiv. Es sind auch Frauen dabei, somit ist die Bahn nicht ausschließlich ein "Männerspielzeug", wie es hieß. Eine ganze Reihe von Gründungsmitgliedern hat sich dann auch zur Feier eingefunden und sie erhielten für die 25-jährige Treue eine Urkunde überreicht. 

Anschließend tauschte man sich noch bei einem kleinen Buffet mit Umtrunk aus.

Der Vorstand des Vereins wünschte noch allen Anwesenden und den Mitgliedern alles Gute für das neue Jahr!
 

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