Mitgliedervollversammlung 2015

Voller Saal und viel Prominenz bei der Vollversammlung
25.01.2015

Am Donnerstag, dem 22. Jänner 2015 konnte Präsident Walter Weiss wieder zahlreiche Unterstützer und Mitglieder zur 14. Mitglieder-Jahresversammlung im Bürgerhaus von Staben begrüßen, darunter auch Landesrat Dr. Richard Theiner und viele Bürgermeister.

Mit einer gewissen Genugtuung hob der Präsident einige Punkte aus dem Rechenschaftsbericht über das vergangene Vereinsjahr hervor (siehe auch beiiegende pfd-Datei):

Der Besuch des Jugend- und Erlebnisbahnhofes sei weiter angestiegen: nunmehr 1.700 Kinder und 900 Erwachsene. Den 20 ehrenamtlichen Helfern wurde entsprechen applaudiert.

Der Mitgliederstand liege nun bei 1.140.

Der Bahnhof Schnalstal, der den Erlebnisbahnhof beherbergt, war Kulisse einer Fernsehserie. Dabei wurden historische Waggons angeliefert.

Darüberhinaus gab es 2014 noch vielfältige Aktionen: Organisation und Teilnahme an "Runden Tischen" im Pustertal und im Etschtal, Aussprachen mit Ämtern und Organisationen des Öffentlichen Nahverkehrs, Teilnahme an Veranstaltungen im In- und Ausland.

2014 wurde dem Bahnhof Marling das Prädikat "Bahnhof des Jahres" verliehen. Bei einer von der Gemeinde gestalteten Feier wurde die entsprechende Plakette verliehen.

Fahrten mit der Bahn gehören auch zum Sensibilisierungsprogramm des Programmes: eine Tagesfahrt ging nach St. Lorenzen, eine mehrtägige Fahrt wurde mit dem legendären "Glacier-Express" unternommen und eine Gruppe unternahm eine Reise nach Nordindien mit mehreren Bahnfahrten dort, u.a. mit der spektakulären Darjeelingbahn im Himalaya-Vorgebirge.

Kassier Luis Vent legte den Kassbericht vor. Die Ausgaben liegen etwas höher als die Einnahmen, weil Reparaturen bei der Erlebnisbahn anfielen, der Kontostand ist bei plus 18.800, da auf ein sattes Polster zurückgegriffen werden kann.

Es folgten die Referate:

Landesrat Dr. Florian Mussner gab einen Überblick über den Stand der Entwicklung bei der Südtirol-Bahn. Vor wenigen Wochen sei der neue Bahnhof Vierschach-Helm in Betrieb gegangen und nahezu stündlich führen nun die Züge von Franzensfeste bis nach Lienz. Die Euroregion wachse eisenbahnmäßig zusammen, auch durch neue Verbindungen über den Brenner.

Sehr positiv sei die Entwicklung der Fahrgastzahlen, vor allem im Pustertal. Sehr gut angenommen wird der Bahnhof Bruneck Nord (Krankenhaus) mit durchschnittlich 19.000 Entwertungen im Monat. Auch die Pünktlichkeit der Züge sei zufriedenstellend, mit Ausnahme der Strecke Meran-Bozen. Aber da bemühe er sich ernsthaft um eine Übernahme vom Staat, um durch Baumaßnahmen die Schwachstellen eleminieren  zu können. 195 Millionen Euro gäbe das Land übrigens jährlich für den ÖPNV aus. Angestrebt wird ein höherer Deckungsgrad bei den Ausgaben. In diesem Zusammenhang sind auch die Änderungen im Tarifsystem zu sehen, bei dem nun auch Schüler und Senioren einen Beitrag leisten müssen.

Ein Projekt der unmittelbaren Zukunft ist die Elektrifizierung und Aufwertung der Vinschgaubahn. Vorbereitungen würden bereits getroffen. Die Kosten werden auf 56,5 Millionen Euro geschätzt.

Er selber fahre öfters mit der Bahn zur Arbeit und es sei ihm klar, dass noch vieles zu tun ist.

Dr. Weiss verlieh dem Landesrat eine Vereinsmütze mit einem Dienstgrad. Er betonte, sobald die Bauarbeiten für die Elektrifizierung begännen, würde der 2. Dienstgrag fällig und dann bei Inbetriebnahme der dritte und höchste.

Der (scheidende) Bürgermeister von Meran, Dr. Günther Januth sprach in seinem Kurzreferat über die Vorhaben "Neugestaltung der Bahnhöfe Meran und Untermais". Der zu einem Mobilitätszentrum umgestaltete Bahnhof Meran soll zu einer regelrechten "Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr im Burggrafenamt" werden. Betroffen ist ein Gebiet mit ca. 100.000 Einwohnern und 6,7 Mio an Nächtigungen pro Jahr.

Ein erster Schritt sei ja bereits mit der unterirdischen Anbindung durch den Straßentunnel erfolgt. Für eine zukünftige Tiefgarage sind bereits Einfahrten konzipiert. Es gilt noch verschiedene Flächen zu gestalten und das Gebäude mit neuen Funktionalitäten auszustatten. Das Konzept sehe eine gute Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel vor, seien es nun Parc-and-Ride-Systeme, Ladestationen für E-Autos und E-bikes, kurze Wege für die Umstiege in die Busse usw. Januth präsentierte eine Reihe von Plänen, welche z.B. die Besitzverhältnisse darstellen.

Der Bahnhof Untermais sei erst vor kurzem als letzter der 21 Bahnhöfe ans Land übergegangen. Dort plane man die Ausweitung der Parkplätze, da der Bahnhof von vielen Pendlern aus der Umgebung, z.B. aus dem Ultental genutzt wird. Auch das hübsche Bahnhofsgebäude soll den neuen Erfordernissen angepasst werden, Architekt Valtingojer sei bereits beim Planen.

Januth schloss mit der Feststellung: "Die Verkehrsprobleme in Meran und im Burggrafenamt sind nur durch gemeinsame gemeindeübergreifende Maßnahmen zu bewältigen". Bilder siehe pdf-Datei.

Vorstandsmitglied Dr. Arthur Scheidle gab das Ergebnis der Jury "Bahnhof des Jahres 2015" bekannt. Es ist dies heuer der Bahnhof Schluderns, nach Marling nun der zweite prämiierte an der Vinschgaubahn. (2013 wurde der Bahnhof Niederdorf an der Pustertalerlinie ausgezeichnet).

In seiner Begründung hob Scheidle hervor: die vorbildliche Restaurierung, die gute Anbindung an das Dorf, die Nutzung der ehemaligen Lagerhalle als Jugendraum und die gute Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln, sei es nun Bus oder Fahrrad, das gastronomische Angebot im nahen Umkreis.  Dr. Scheidle fasste seine Empfehlungen so zusammen: "Der Südtiroler Nahverkehr braucht mehr Schweiz und weniger Italien", auf die noch bestehenden organisatorischen Mängel und die unterentwickelte Kundeninformatione zielend. Bilder siehe pdf-Datei.

Der Bürgermeister von Naturns, Herr Heidegger dankte allen für Ihr Engagement. Er bat den Landesrat, anlässlich der Elektrifizierung der Strecke die Haltestelle Staben nicht aus dem Zentrum der Fraktion zum Bahnhof Schnalsthal zu verlegen, wie angeblich geplant.

Ing. Paul Stopper aus der Schweiz überbrachte Grüße von Hans-Peter Leu, dem Leiter der Sektion internationale Beziehungen bei der SBB (Schweizer Bundesbahnen). Die SBB bemühen sich, den grenzüberschreitenden Verkehr zu fördern. Die SBB verkaufe z.B. Fahrkarten für Unterwegsbahnhöfe der Strecke Bozen-Mals. Durch die jüngste Freigabe des Schweizer Franken seien auch noch mehr Besucher aus der Schweiz zu erwarten, die auch die Vinschgaubahn dann benützen werden.

Organisiert wurden und werden auch weiterhin Treffen von Tourismus- und Verkehrsexperten, z.B. zum Thema "Terra raetica". Groß geschrieben wird die Öffentlichkeitsarbeit und die werbenden Artikel haben eine große Breitenwirkung. Eine detaillierte Übersicht über diese Aktivitäten finden Sie in der pdf-Datei.

Paul Stopper hob noch die neue Postbuslinie Mustair - Bormio über das Stifserjoch hervor, die letztes Jahr Premiere hat und lud die Südtiroler ein, diese wunderbare Strecke kennenzulernen. Die SBB hätten auch vor, in Mals Fahrkartenautomaten aufzustellen.

Paul Stopper zeigte noch Bilder vom Vorzeigebahnhof Scuol, bei dem die Verknüpfung von Bus und Bahn bestens gelungen sei und der für Meran beispielgebend sein könnte. Auch die Umstiege in Martina sind gut organisiert. Die Informationen für die Reisenden würden in sehr übersichtlicher Form angeboten, nachahmenswert für Südtirol. Siehe Bilder in der pdf-Datei.

Die Situation in Mals sei noch keineswegs ideal, die SAD-Busse und die Postbusse würden sich gegenseitig behindern und es wird sehr gewünscht, dass die Schweizer Busse wieder durch das Dorf fahren.

In der anschließenden Diskussion wurden folgende Themen angeschnitten:

- Die unbefriedigende Situation beim Umsteigen in Meran (Bahnsteige weit weg vom Gebäude, mangelnde Information, vor allem bei Verspätungen, verwirren vor allem Feriengäste)
- die langen Fahrzeiten auf der Meraner Strecke
- die mangelnden Kontrollen in den Zügen generell
- das Problem der Überfüllung mit Rädern auf der Vinschgaubahn zu bestimmten Zeiten

Die Pustertaler Mitglieder erinnerten den Landesrat daran, dass es unbedingt eine bessere Anbindung des Pustertales nach Bozen, sprich Riggertalschleife brauche.

Präsident Weiss gab schleßlich einen Überblick über die geplanten Aktivitäten des Jahres 2015:

- Runde Tische mit Verantwortungsträger im Pustertal und Etschtal/Vinschgau
- Erlebnisbahnhof: Der Tunnel ist zu sanieren, vielleicht gelingt es in Zusammenarbeit mit Herrn Lechner von "Laaser Marmor"

- diverse Aussprachen mit Landesrat und Spitzenbeamten

- Mitgestalten des Bahnhofsfestes "10 Jahre Vinschgaubahn" in Schlanders (2. Mai)

- Mitgestalten des Festes anlässlich der Verleihung des Titels "Bahnhof des Jahres" an die Gemeinde Schluderns (13. Juni)

- Kurze Fahrten: Montavon, Vierschach. Große Reise mit Bahnfahrten im Gastland: Vietnam - Malaysia und Thailand (bereits 20 Teilnehmer).

Die Vollversammlung schloss mit einem vorzüglichen Buffet. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, in diesem geselligen Rahmen miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

 

 

 

-A A +A